Literaturliste Schrift und Schriftgestaltung von Albert-Jan Pool

Tim Ahrens
Size-specific adjustments to type designs, An investigation of the principles guiding the design of optical sizes
Just Another Foundry, Garching 2014

Zu oft sieht man noch Bücher, Magazine und Websites die mit schlechte Versionen von Schriften wie Bembo, Sabon und Times gestaltet wurden. Als ob sich in den letzten 10 Jahre in Sachen Schriftgestaltung nichts getan hat. Wirkt eine Schrift in kleinen Schriftgraden zu dünn und läuft sie zu eng oder ist eine Überschrift zu klobig und ist die Laufweite zu groß? Die sogenannte Optimal Sizes bieten hier Abhilfe. Wer  also wissen möchte, was sich hinter den Schnittbezeichnungen Caption, Text, Subhead, Display verbirgt, sollte dieses Buch lesen. In diesem Buch erfährt der Typograf nicht nur warum es dabei geht aber auch über die Lösungsansätze die verschiedene Schriftgestalter dafür entwickelt haben.
In Muthesius-Bibliothek vorhanden

 

ATypI
26 Letters, an annual and calendar of 26 letters of the roman alphabet
1989

Schriftkalender mit eine Schrift pro zwei Wochen. Enthält viel Hintergrundinformationen und Abbildungen zu folgende Schriften:
Modern No. 20, Berthold Imago, Basilia, GST Gordon, Nimrod, Wilke, Futura, ITC Jamille, Stone, Zapf Renaissance Antiqua, ITC Berkeley Oldstyle, Shannon, Swift, Bitstream Charter, Favrile, Garth Graphic, Today Sans Serif, Latina, Aurelia, Frutiger, Weiss, URW Antiqua, Times New Roman, PoplPontifex, Haas Unica, Bordeaux
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ATypI
26 Letters, an annual and calendar of 26 letters of the roman alphabet
1992

Schriftkalender mit eine Schrift pro zwei Wochen. Enthält viel Hintergrundinformationen und Abbildungen zu folgende Schriften:
Bauer Bodoni, URW Grotesk, Lithos, PE Proforma, Iridium, Ellington, Rots Grotesk, Rotis Antiqua, ITC Novarese, Hollander, Bodoni Antiqua, Bodoni Old Face, New Johnston, ITC Weidemann, Tiger Rag, Folio, Bitstream Amerigo, Walbaum, Prillwitz, GST Basta, Bell, Rhône, Telegraph Modern, Utopia, Guardi, Méridien
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Charles Bigelow, Paul Hayden Duensing, Linnea Gentry
Fine Print on Type
The Best of Fine Print Magazine on Type and Typography
Lund Humphries
London 1989

Sammlung von Aufsätze über diverse Schriften aus der amerikanischen Zeitschrift Fine Print. Sehr gut geschrieben!
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Lewis Blackwell
Twentieth Century Type
Bangert Verlag
München 1992
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Max Bollwage
Buchstabengeschichte(n): wie das Alphabet entstand und warum unsere Buchstaben so aussehen
Akademische Druck-und Verlagsanstalt
Graz, 2010
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Ute Brüning
Das A und O des Bauhauses
bauhaus-Werbung: Schriftbilder, Drucksachen, Ausstellungsdesign
Bauhaus Archiv
Berlin 1995

Die meisten Bücher über das Bauhaus befassen sich entweder mit Architektur, Malerei oder Politik. Wenn die Bauhaus-Typografie überhaupt erwähnt wird, werden immer die Gleichen (wenn auch genialen) Werke von Herbert Bayer gezeigt. Die Autorin Ute Brüning hat mit diesem Buch nicht nur das bisher umfangreichste Panorama zu diesem Thema geschaffen. Wie kein anderer beschreibt sie die verschiedene Entwicklungsphasen der Bauhaus-Typografie und seine Begründer.
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Sebastian Carter
Twentieth Century Type Designers
Trefoil Design Library
London 1987
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Karen Cheng
Anatomie der Buchstaben – Basiswissen für Schriftgestalter
Hermann Schmidt
Mainz 2006

Von dem Schriftdesigner Henning Krause übersetzte und ergänzte Ausgabe des amerikanischen Originals. Wer Schriften nicht nach dem Prinzip von „trial-and-error“ gestalten möchte, sondern auf die Erkenntnisse seiner Vorgänger zurückgreifen möchte, ist dieses Buch ein „must“. Das Buch erspart dem Schriftdesigner stundenlanges vergleichen and analysieren von Schriften die er oder sie sich erstmal kaufen müßte, um dann festzustellen dass diese der Gestaltung wegen zwar interessant sind, aber dafür im Berufsalltag als Kommunikationsdesigner keine Anwendung sind. Der Abschnitt über Zurichtung ist leider fehlerhaft, es handelt sich hierbei um eine mangelhaft Übertragung von ein Abschnitt aus Letters of Credit von Walter Tracy welcher leider auch nicht ganz zielführend ist. Die Tutorials von dem Schriftgestaltungsprogramm Glyphs sind besser.
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Stephen Coles
The Anatomy of Type: A Graphic Guide to 100 Typefaces
Harper Design, US
New York 2012

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Adrian Frutiger
Eine Typografie
Vogt-Schild-Verlag
Solothurm 1995

„Type, Sign, Symbol“ vom abc-Verlag fand ich besser, ist aber leider vergriffen.
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Verena Gerlach u. A.
Karbid: Berlin, de la lettre peinte auch caractère typographique
Ypsilon Ed.
Paris 2013

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Graphis Press Corporation
Graphis Typography 1
Zürich 1994

Panorama der Schriftgestaltung, vom „Anfang der Typografie“ bis zum 20. Jahrhundert.
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Manfred Klein, Yvonne Schwemer-Scheddin, Erik Spiekermann
Typen & Typografen
Edition Stemmle
Schaffhausen 1991

Lebendig geschriebenes Buch über Schriften und die Menschen die sie gestaltetet haben: Akzidenz Grotes, Baskerville, Beowulf, Bodoni, Caslon, Egyptienne & Clarendon, Concorde, Deepdene, Formata, Futura, Garamond, Gill Sans, ITC Golden Type, Helvetica, News Gothic, Poppl Pontifex, Rockwell, ITC Stone, Swift, Syntax, Times New Roman, Univers, Van Dijck, Walbaum, Corporate A·S·E, ITC Zapf Chancery, ITC Zapf Dingbats.
Viel praktisches und interessantes Hintergrundwissen!
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Hansje van Halem
Sketch Cahier
Uitgeverij De Buitenkant
Amsterdam 2014

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Hildegard Korger
Schrift und Schreiben
Drei Lilien Verlag
Wiesbaden 1991

Gründlich, klassisch, gediegen. Die günstige Alternative zu »Anatomie der Buchstaben« von Karen Cheng. »Schrift und Schreiben« enthält viel mehr Informationen über die Geschichte und die Grundlagen der Schriftgestaltung und ist daher für den Anfang brauchbarer als das Buch von Karen Cheng. Hildegard Korger ist eine ehemalige Studentin von Albert Kapr. Erhardt Kaiser, Gestalter der DTL Fleischmann, DTL Prokyon und DTL Antares, hat bei ihr studiert. Auch witzig wegend der typischen Beispiele der „DDR-Typografie“
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Jan Middendorp
Dutch Type
010 Publishers
Rotterdam 2004
Einmaliger Übersicht über das Schriftschaffen in den Niederlanden. Sorgfältig recherchiert, komplett, objektiv und gut bebildert. Und dazu auch noch sehr schön geschrieben.
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Hans Eduard Meier
Die Schriftentwicklung
Niggli Verlag
Zürich 1958
Hans Eduard Meier erläutert anhand zahlreicher selbstgeschriebene und gezeichnete Beispiele die Schriftgeschichte seit 800 vor Christus. Hans Eduard Meier ist Entwerfer der Schriften Syntax, Barbedor und ITC Syndor, und hatte in Zürich über Jahrzehnte eine Professur für Schrift und Typografie inne.
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Jan Middendorp
Hand to Type
Scripts, Hand-Lettering and Calligraphy
Gestalten Verlag
Berlin 2012

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Isabel Naegele, Petra Eisele, Annette Ludwig
Neue Schriften. New Typefaces. Positionen und Perspektiven

Niggli Verlag
Zürich 2014
In Muthesius-Bibliothek vorhanden

 

Gerrit Noordzij

The Stroke – theory of writing
Hyphen Press
London 2005

Gerrit Noordzij hat die Königliche Akademie in Den Haag zu einer der führenden Brutstätten des Schriftdesigns gemacht. Inzwischen sind seine Kurse von seine ehemaligen Studenten zu „Type and Media“, einem Masters Degree in Schriftdesign ausgebaut worden. In diesem Buch, die überarbeitete Neuaflage von „The Stroke of the Pen aus 1985 beschreibt er seine provokative Theorien und Ansichten die maßgeblich zum Erfolg seiner Studenten beigetragen haben.
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Christopher Perfect, Gordon Rookledge
Rookledge’s International Typefinder
Lund Humphries
London

Einer der besten Hilfestellungen wenn es darum geht ausfindig zu machen welche Schrift man gerade vor sich hat. Über 700 Text- und Display-Schriften von u.a. Linotype, Berthold und Monotype. Keine Kursivschnitte!
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Hrsg. Slanted Publishers
Yearbook of Type Vol. 2
Niggli Verlag
Zürich 2015

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Mai-Linh Thi Truong, Jürgen Siebert, Erik Spiekermann
FontBook – Digital Typeface Compendium
FontShop International
Berlin 2006

Übersicht über alle von FontShop vertriebenen Schriften. Gut gemacht und sehr komplett.
In Muthesius-Bibliothek vorhanden (mehrere Editionen!)

 

Jan Tschichold
Meisterbuch der Schrift
Otto Maier Verlag
Ravensburg 1952, 1965 und neuer

Trotz der oftmals dogmatischen Ansichten des Autors ist dieses Buch die schönste Übersicht von klassischen Schriften und Schriftgeschichte. Sorgfältig ausgewähltes Material. Leider: Um so neuer die Ausgabe, um so weniger Schriftmuster. Tschichold hat im Laufe der Zeit mehrmals „gewogen und zu leicht befunden“
in Muthesius-Bibliothek vorhanden (mehrere Editionen!)

 

Sauthoff, Wendt, Willberg
Schriften erkennen
eine Typologie der Satzschriften für Grafiker, Setzer, Kunsterzieher und alle PC-User
Hermann Schmidt
Mainz 1996

Endlich eine Beschreibung der Schriftklassifikation nach DIN 16518 die, da wo es angebracht ist, der inzwischen veraltete Norm in Frage stellt und um die Erkenntnisse von Gerrit Noordzij ergänzt. Gutes und umfangreiches Basiswissen für wenig Geld. Das spätere erschienene Buch Wegweiser Schrift ist weniger ausführlich, dafür ausgereifter und enthält eine bessere Visualisierung von Willbergs Vorschlag für eine neue Schriftklassifikation. Die Vorschläge von Bollwage und Kupferschmid sind ähnlich. Alle drei sind besser als die sogenannte Beinert-Matrix.
in Muthesius-Bibliothek vorhanden (mehrere Editionen!)

01.12.2013

Typografie und Buchgestaltung

Die Sprache, ihre Visualisierung und Inszenierung, steht im Mittelpunkt des Studiums der Typografie und Buchgestaltung an der Muthesius Kunsthochschule.
Das Bachelorstudium ist von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Medium Schrift und seinen Ausdrucksmöglichkeiten geprägt. Die Studierenden beschäftigen sich mit der Geschichte der Schrift und des Druckes, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, indem sie verschiedene Schreibmethoden, wie bspw. mit der Spitz- oder Breitfeder, selbst erproben und auch alte Druck- und Herstellungsverfahren, wie den Bleisatz oder das Buchbindehandwerk, kennen- und für die eigene Gestaltung nutzen lernen.
Sie studieren die unterschiedlichen Schriftformen und entwickeln ein Gespür für den Charakter einer Schrift und seine Wirkung auf die Sprachrezeption. In den verschiedensten Anwendungen – vom Schriftzug, über Briefbogen, Plakat, bis hin zu einer komplexen Buchgestaltung – lernen die Studierenden Schriften gezielt einzusetzen. In Experimenten erforschen sie darüber hinaus, inwieweit Verschiebungen oder Irritationen die Gestaltung interessant machen und bereichern können und beginnen, eigene Themen zu entwickeln.
Im Masterstudium mit dem Schwerpunkt Typografie und Buchgestaltung wird die Arbeit mit Schrift weiter vertieft und gleichzeitig den freien Arbeiten mehr Raum gegeben. Die Studierenden entwickeln Projekte, die sich sowohl im Bereich der klassischen Buchgestaltung als auch in experimentellen Randbereichen des Designs bewegen. Ein Schwerpunkt des Studiums liegt dabei auf dem Umgang mit Sprache. Die Studierenden werden ermutigt, diese nicht nur zu visualisieren, sondern auch selbst Texte zu verfassen oder die Rolle eines Herausgebers einzunehmen. Es wird mit Sprache experimentiert, sowohl mit Stimme als auch mit Schrift, und die Beziehung beider zueinander untersucht. Dabei werden nicht nur die semantischen, sondern auch die körperlichen und sinnlichen Eigenschaften von Sprache und Schrift genutzt. Überschreitungen der Grenzen zu anderen künstlerischen Disziplinen, wie Literatur, Musik, Theater, Mode oder Film, können zu einem Quell neuer Themen und gestalterischer Ideen werden.
Der Schwerpunkt Typografie und Buchgestaltung an der Muthesius Kunsthochschule wird seit 2009 von Prof. André Heers (Typografie und Gestaltung) und Prof.in Annette le Fort (Buchgestaltung) geleitet.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Lyriker Prof. Oswald Egger, der im Kommunikationsdesign die Professur für Sprache und Gestalt innehat, mit dem holländischen Schriftgestalter Albert-Jan Pool, der das Fach Schriftgestaltung sowohl im Bachelor-, als auch im Masterstudium anbietet und dem Institut für Kunst-, Design- und Medienwissenschaften, dem theoretischen Zentrum der Hochschule.

Zusätzliche Workshops internationaler Designer und Künstler, wie bspw. der holländischen Künstlergruppe De Geuzen, des dänischen Buchkünstlers Kasper Andreasen oder des italienischen Komponisten Alessandro Bosetti, öffnen das Studium nach außen und geben wichtige Impulse.

Wichtiger Ort der Begegnung ist dazu das Symposium Dialog der Schrift, das alle zwei Jahre in Kiel stattfindet und zu dem internationale Designer, Künstler und Theoretiker eingeladen werden. Die Vorträge werden dabei von einer Ausstellung typografischer Arbeiten begleitet.

Fragen ?

Prof. André Heers
0431 – 5198-449, post@fliegendeteilchen.de

Prof.in Annette le Fort
0431 – 5198-449, lefort@muthesius.de